Unsere „Zweite“: Ein Sieg gegen Kappeln …

– Ein Bericht von Mirko Beyer –

Am 15.01.2017 war es wieder soweit und unsere 2. Mannschaft durfte sich auf die erste Auswärtsrunde der neuen Saison freuen. Nach der Niederlage gegen Flensburg (3½ : 4½) waren wir hochmotiviert, unseren ersten Sieg gegen SC Schleispringer Kappeln zu erspielen. Um 10:00 Uhr waren alle Spieler anwesend und spielbereit und die Bretter wurden freigegeben.

Auf den Brettern 7 und 8 wurde auch nicht lange gefackelt und Bruno Geruschkat sowie Gerd Libuda setzten ihre Gegner von Beginn an unter Druck und konnten in den ersten 20 Zügen deutlichen Materialgewinn erzielen. Diesen Vorteil ließen sie sich bis zum Schluss nicht mehr nehmen und heimsten nach etwas mehr als einer Stunde 2 Brettpunkte ein.

Ralf Koch versuchte es auf Brett 2 mit dem Wolga-Gambit und schaffte es nach seinem anfänglichen Bauernopfer mit einem Mehrbauern auf dem Damenflügel, seinen Gegner gehörig unter Druck zu setzten. Maik Madelmayer auf Brett 3 versuchte es mit Pressing gegen einen schwachen Bauern … und wurde mit einem Turm und einem Brettpunkt belohnt. Als sich Ralfs Mehrbauer im Endspiel durchsetzen konnte, waren wir mit 4 Brettpunkten aus vier Partien mehr als zufrieden.

Ulrich Bussmeier und Olaf Zeuch spielten in einem langen und ausgeglichenen Spiel auf den Brettern 5 und 6. Enrique durfte auf Brett 1 gegen Hans Heinrich antreten und sah sich ebenfalls lange in einem ausgeglichenen Spiel. Ich durfte mich getrost als gierig bezeichnen, als ich unbedingt meinen dritten Mehrbauern erspielen wollte und dadurch Raum für Gegenspiel bot. Schlussendlich konnte ich mich aus meiner prekären Lage befreien und wollte zuversichtlich mit zwei Mehrbauern in das Endspiel starten, als mein Gegner ein unangenehmes Dauerschach fand und ein Remis erspielte. Mir sollte es recht sein, da wir nun mit 4½ Punkten den Mannschaftssieg in der Tasche hatten.

Olaf Zeuch musste sich nach einer Offensive einem Gegenangriff stellen und nach Materialverlust musste er trotz guten Spiels seine Niederlage einräumen.

Ulrich Bussmeier machte es für uns Zuschauer nochmal spannend, als er in Zug 32 noch knapp 8 Minuten zu spielen hatte. Nach gespielten 40 Zügen konnten wir jedoch aufatmen und nach sicherem, aktivem Spiel hatte sich das lange Nachdenken ausgezahlt und wurde mit einem Brettpunkt belohnt.

Beim Stand von 5½ : 1½ blieb nur noch Brett 1 offen. Obwohl es eher nach einem Remis aussah, glaubte Enrique Ruiz Hampel offenbar an seine Chance. Auch wenn ich persönlich nur im Ergebnisdienst den Ausgang der Partie mitbekam, da sich zu dem Zeitpunkt die erste Gruppe gen Heimat aufmachte, war ich umso froher, das 1:0 zu lesen. Hut ab vor meinem ehemaligen Trainer, der das 6½ : 1½ gegen SG Schleispringer perfekt abrundete.

Am 19.02. 2017 geht es gegen Husum in die nächste Runde, und man kann sich nach dieser Teamleistung einfach nur auf den nächsten Mannschaftskampf freuen. Danke an alle Teamspieler, die diesen Sonntag neben dem guten Wetter sogar noch schöner machten. Wenn wir optimistisch oder realistisch sind, können wir noch aufsteigen (: .

… und ein Sieg gegen Husum

– mit einem Bericht von Maik Madelmayer –

In der 4. Runde am 19.02.17 ing es für uns darum, Husum zu besiegen, und das lief dann auch so, denn die Husumer traten leider nur mit 4 Spielern an. Sie besetzten die Bretter 3, 6, 7 und 8. An den Brettern 6, 7 und 8 waren stärkere Spieler gesetzt, die normalerweise an höheren Brettern für Husum spielen. Aber naja, es war trotzdem ein würdiger Kampf. An den besetzten Brettern spielten:

Brett 3 – Maik Madelmayer 1599 – Holger Lund 1537

Brett 6 – Holger Hogreve 1298 – Wadim Sautner 1430

Brett 7 – Lothar Meyer 1327 – Hans Friedrichsen 1399

Brett 8 – Gerd Libuda 1248 – Heiko Tomsen 1341.

Der Spielablauf gestaltete sich ungefähr so: Spielbeginn war 10:15 Uhr in der Pestalozzischule, da in unserer normalen Spielstätte ein Flamencokurs stattfand. So trafen wir uns mit unserer 1. Mannschaft, die gleichzeitig auch in unserer Ersatzspielstätte gegen Norderstedt II spielte.

Die Partien gestalteten sich in der ersten Stunde ausgeglichen. Nach einer Stunde gab es ein Remisangebot seitens der Husumer von Holger Lund an Brett 3. Ich nahm es an, weil es uns den Sieg sicherte und ich mit den schwarzen Spielfiguren eh nur ausgeglichen stand. 4½ : ½ Brettpunkte für uns. Die anderen Partien verliefen dann auch gut für Holger Hogreve und Gerd Libuda an den Brettern 6 und 8. An Brett 7 war nach zwei Stunden klar, dass dies eine Verlustpartie für uns sein wird. Nach zwei Stunden stand es 4½ : 1½ Brettpunkte. Ich sah interressiert zu, wie an den noch verbliebenen Brettern die Partien von beiden Seiten umkämpft wurden. Gerd Libuda spielte einen zu meiner Freude dynamischen Angriff und verwickelte seinen Gegner in eine Problemstellung nach der anderen. Ansehen werde ich mir diese Partie auf jeden Fall, wenn Gerd Lust hat.

Die Partie von Gerd Libuda gegen Heiko Tomsen stand auf Gewinn für uns, und Holger Hogreve stand besser gegen Wadim Sautner. Unsere beiden Spieler mit den weißen Steinen. Nach 2½ Stunden ging dann wieder ein voller Brettpunkt an uns durch ein Matt an Brett 8. (5½ : 1½). Die längste Partie war an Brett 6 zu sehen, wo Holger Hogreve leider von einem offensiven Spiel zu einem defensiven Spiel wechselte, was seinem Gegner Wadim Sautner einen Bauerngewinn einbrachte. Die letzte Partie im Bunde ging dann leider für uns verloren, und so sich ergab ein Endergebnis von 5½ : 2½ für uns.

Bedanken möchte ich mich ganz herzlich bei Holger und Olaf, die für Kaffee und Gebäck sorgten. Dies wurde dann zu aller Freude auch von unserer 1. Mannschaft genutzt. Ganz stark fand ich auch, das Mirko Beyer und Ralf Koch, die ja keine Gegner hatten, sich ein Match zu Ligabedingungen boten. Alles in allem ein gelungener Tag für den ESC II. Ich freue mich auf das nächste Ligaspiel auswärts gegen Kropp und hoffe, dass die Spielfreude von allen Spielern bestehen bleibt, damit wir auch weiterhin gewinnen. Beim nächsten Mal werde ich versuchen, die interressanten Stellungen als Diagramm darzustellen und genauer zu erläutern. Ich finde die Partien in der Bezirksliga Nord nämlich durchaus erwähnenswert. Bis zum nächsten mal …                                                           

… freundliche Grüße.

 
Pokal in Bad Segeberg

Der Schachverband SH hatte ein Pokalturnier für Vierermannschaften ausgeschrieben. Die erste Runde war am 25.02.16 in Bad Segeberg angesetzt. Dort trafen sich 11 Mannschaften, darunter auch unsere Mannschaft in der Reihenfolge Tim Bendfeldt, Dustin Möller, Edmund Lomer und Kai Krüger. Also eine recht starke Besetzung. Unsere Mannschaft wurde gegen Bad Segeberg III augelost. Lesen Sie nun den ereignis- und detailreichen Bericht von Kai Krüger. Und wer das Wort „Moinsen“ nicht kennt, der wende sich bitte an Kai mit der Bitte um Auskunft.

Moinsen, das war doch einfach!

Im Viererpokal sieht´s gut aus für uns Eckernförder. Nach einem mühsamen 3½ : ½ gegen Bad Segeberg III folgt in einem Monat das Spiel gegen Bad Schwartau, und wenn alles gutgeht, danach gegen Schwarzenbek. Kann man beide an einem guten Tag schlagen, und gegen beide haben wir dies Jahr eine Rechnung offen. Und dann sind wir im Finale, jo – so leicht wird das nach dem mühsamen Auftakt!

Tim Bendfeldt hatte um Begleitung gebeten, weil er vier Gegner nicht gleichzeitig schultern kann. Er ist ja gut, echt gut, aber simultan verwässert das Ergebnis oft. Also habe ich mich auf die Suche gemacht. Vor 2-3 Wochen waren ganz viele mit ganz viel Feuer und Lust am Argumentieren, dass wir vielleicht diesmal 2 Mannschaften melden sollten. Wir haben ja inzwischen so viele gute Spieler.

Tatsächlich kam ein geballte Ladung von Rückmeldungen: Erst gar nicht. Dann etwa so: Wir scheiden ja doch schnell aus. Mein Mann besucht Samstag seinen Vater. Samstag ist mein heiliger Tag. Ich hätte da eigentlich eine Alternative. Hab meinem Bruder schon die Aufwartung versprochen. Ich hab verhandelt, aber darf diesmal nicht. Ich verstehe Euch ja alle, aber wo bleibt der Ernst des Lebens denn dabei? Manno! Hallo, huhu – ich bin es doch nur, Euer Mannschaftsführer, Vorsitzender, Organisator, Motivator, Garant für das Überleben der Vereinsseele. Aber niemand hat mich im Stich gelassen. Ihr wart alle im Herzen und in Gedanken bei mir. Als ich den Familientag zu opfern bekanntgab, hatte Edmund Lomer an seinem heiligen Samstag doch nichts vor, und Dustin Möller kann auch an vielen anderen Tagen mit seinen besseren Freunden, als wir Schachfreunde es je sein können, Kaffee trinken in der Kneipe. Ich weiß sowieso nicht, warum man in der Kneipe Kaffee trinkt. Als ich Student war…

Damit waren wir 4 Mann. Reicht. Edmund bat mich noch rein, weil das Frühstück so zäh war. Er hat echt lustige Puschen. Hat dann aber die guten Schuhe angezogen, welche, die beim Fußwackeln nicht quietschen. Dustin hatte sein Handy bei seiner Freundin vergessen. Oh mein Gott! – eine Freundin, wird der ernste Schachsport leiden? Nein, nur eine Freundin! Wie, du hast noch mehr? Ach Kai, so war das nicht gemeint, bleib mal ernst! Er hatte nachts Angst, morgens zu verschlafen, hat seinen Körper ganz doll angespannt und ist dann halb sieben hochgeschnellt. Ausversehen zwei Stunden zu früh, voll unnormal. Digitale Abhängigkeit der jungen Generation, kein eigenes Zeitgefühl mehr, aber was soll´s, ab ins Auto und weiter. 4 Mann also. Tim musste nicht simultan spielen, das hat ihn erleichtert und unsere Anwesenheit hat ihn gefreut. Jedenfalls nach dem zweiten Klingeln. Denn seine Nummer hab ich noch nicht gespeichert, keine Ahnung warum, nimm´s nicht persönlich, du hast ja meine Nummer im Kopf. Alle wollten morgens was von ihm und ich hab ihn da rausgerissen, ab ins Auto und weiter, schnell auf die B 404 und pünktlich ankommen.

Tim hatte Manfreds Rucksack mit und wusste gar nicht, warum der ihn am Sonntag im Auto vergessen hatte. Witzig. Manfred sagte Montag, er wusste nicht, warum Tim ihn mitgenommen hatte. Macht ja nichts, weil Manfred nichts Wichtiges drin hatte. Ist sowieso ein HSV-Rucksack. Heute spielen die gegen Bayern, da gehört einem der sowieso plötzlich nicht mehr, man ist ja keine Schießbude. Als ich Tim sagte, das Manfred sagte, dass das auch einen Monat mit der Rückgabe Zeit habe und Manfred sagte, dass da drin höchstens der Apfel verschimmeln würde, was ich Tim auch sagte, sagte Tim spontan im Auto, dass ihm das sagte, dass es etwas leichtfertig von Manfred war, dass er es wagte, ihm das anzutun. Ich habe das ernst genommen, denn Manfred ist im Boxverein, und Tim kann auch boxen, und ich glaube, er trainiert mehr und ist auch etwas jünger. Aber Dustin und Edmund wollten nicht in den Rucksack gucken und auch nicht dran riechen, also war das Thema zu Ende.

Wir waren überpünktlich in Bad Segeberg und es gab keinen Stadtlauf wie in der Landesliga-Runde, als wir deswegen nicht zum Spielort fanden, bis ein Segeberger Spieler uns zufällig traf. Heute waren wir ohne Umweg da. Mit 10 anderen Mannschaften.

Uns erwischte Bad Segeberg III. Tim legte an Brett 1 angestrengt los. Er wusste nicht, dass sein Gegner 984 DWZ-Punkte weniger hatte. Also hätte Tim vielleicht bei einer Vorausprognose doch simultan spielen können, dafür aber musste er am Brett doch zu viel Körner geben, bis was Zählbares rauskam. Mir war das zu kompliziert, weil ich selbst abgekämpft vom Fahren noch nach der notwendigen Spannung im Gehirn suchte. Irgendwann nach zähem Kampf soll er eine Dame nicht genommen haben. Aber es reichte ganz knapp, nur hier und da wars mehr. Simultan wäre doch nicht ganz so gut gewesen. Dustin hatte Tim gönnerhaft den Vortritt gelassen und spielte an Brett 2 gegen eine honorige Dame, die sich mit einem Vornamen vorstellte, die dann aber dazu sagte, dass es der Nachnahme ist. Das hat mich etwas aus dem Konzept gebracht. Denn es war kein verdecktes Duz-Angebot, weil es ja überraschend der Nachname war. Dustin merkte am Brett 2 nach einiger Zeit, dass er stärker war. Er hat es ja immer nicht so leicht, wenn die Gegner auf dem Papier schwächer sind, weil er dann keinen Plan mehr hat und entweder Remis spielt oder überzieht und sogar verliert. Diesmal war der Abstand mit 1079 DWZ-Punkten doch zu groß. Tim hatte ja die Dame nicht mitgenommen. Dafür hat sich Dustin eine geholt. Und dennoch alle Achtung. Bei Frauen redet man nicht über das Alter. Aber in diesem Fall hätte ich das niemals gedacht. Dustins Gegnerin war fast viermal so alt wie er, bis auf ein Jahr nur, und Dustin ist 23. Wenn ich so alt bin, will ich auch noch Schach spielen! Also nicht die 23, das dauert, bis ich wieder so jung werde, aber ihr versteht das!

Edmund hatte ich an Brett 3 gesetzt, damit ich als Fahrer an Brett 4 eine Erholung bekommen konnte. Alter geht vor Schönheit. Die beiden Gegner hatten wir noch nie gesehen. Da es aber Jugendliche waren, mussten wir aufpassen. Man weiß nie, was da in den anderen Vereinen heranwächst. Die beiden hatten es in sich und trumpften gut auf. Edmund spielte seinen gewohnten Stiefel, tauschte sich zu seinen beiden geliebten Springern und konnte uns Mannschaftskollegen aber nicht so recht was an Vorteil anbieten. Gegen diesen Gegner musste man im Endspiel aufreißen, dachte er. Das aber klappte noch schlechter, und nur die Unerfahrenheit des Gegners machte den Minusbauern wett. Irgendwann erkannte der Gegner, dass die Partie eine gewisse Remis-Breite erreicht hatte. Er bot Edmund remis an. Edmund reagierte nicht. Sein jugendlicher Gegner fragte „Haben sie gehört, dass ich ihnen Remis angeboten habe?“ Edmund reagierte nicht. Das dachte ich mir. Denn irgendwie musste Edmund doch das Ding noch gewinnen. Er wusste zwar nicht wie, und ich auch nicht, aber er schwieg. Sein Gegner fragte zum zweiten Mal: „Haben sie gehört, dass ich ihnen Remis angeboten habe?“ Ich dachte das gibt´s doch nicht! Wie kann er so fragen! Und ich sagte, dass er das natürlich gehört habe, aber doch spiele. Erst ein paar Züge später bot Edmund Remis an. Plötzlich wollte der Gegner weiterspielen. Wie? Randbauer gegen Randbauer, beide auf der h-Linie, das gibt´s doch nicht! Hat er das nicht gehört? Na gut, kurz darauf gab er auf Edmunds drängen Remis. Und dann stellte der jugendliche Gegner die Frage, ob Edmund so eine Zahl habe, wie heiße die denn noch, DWZ oder so. Ich schaute von meinem Brett auf, inspiriert: Nein, hat er nicht! Einige erstaunte Gesichter. Ich also noch mal: Nein, hat er nicht. Sein Gegner war gar nicht erstaunt, denn er hat selbst noch keine. Lieber Edmund, das war ja eine Leistung heute, also du bist an diesem Tag trotz deiner späteren Versuche keine moralische Instanz gewesen, um an den Partien deiner drei Kollegen zu mäkeln! Da hätte Tim vielleicht doch simultan spielen sollen. Dustin, dieser Hinweis sollte dich zufriedenstellen… Ja und als ich Edmunds Gegner dann noch fragte, warum er denn mehrmals nachfragte, ob Edmund das Remis-Angebot gehört habe, meinte er, bei älteren Menschen wisse man ja manchmal nicht, ob die noch gut hören würden. Ich bin vom Glauben abgefallen, wollte gerade böse werden und ausholen und Edmund verteidigen und … Edmund fragte, hat er Remis geboten? Habe ich nicht gehört. Ich schwieg sofort.

Ich habe auch gespielt, am Busfahrerbrett, ganz hinten, wie der Mannschaftsführer von Rüdersdorf, nachdem ja mit Manfred und Torsten auch uns zwei Mann ausgefallen waren. Nicht, dass Tim doch noch hätte simultan spielen müssen. So wie ein Busfahrer in der Pause nach langer Fahrt habe ich mich auch gefühlt. Mir war kalt. Ich habe die Jacke wieder angezogen. Denn ich hatte kein Thermometer dabei. So bin ich nicht. Man nimmt den Kampf so auf, wie man es vorfindet. Mein Gegner zog schnell und ich hatte Schwarz. Irgendwie spürte ich, dass ich meinen jugendlichen Gegner kriegen würde. Mit einer Falle. Irgendwie. Und deshalb dachte ich viel nach. Mein Gegner nicht so viel. Leider schlug sich das nicht in der Stellung nieder. Aber ist ja nur Viererpokal, also nicht verkrampfen. Denn Tim sollte nicht das Gefühl bekommen, dass er mich nicht braucht und das simultan selbst hinbekommen hätte. Aber nee, der junge Mann mir gegenüber hat gut gespielt. Da ging was mit dem Läuferpaar und den Bauern auf d4, e4, f4. Schiete, mit dem König nach links oder rechts rochieren? Mir fehlt die Spielpraxis! Fallen stellen… geht eher so, sieht er, oder geht doch nicht. Abwickeln und im Endspiel besser sein… er greift aber noch an – oh nee, die Qualle! Ich fühlte mich nicht so gut, als ich das sah. Und fror – wo war bloß das Thermometer? Oder hat der sein Handy an, kann nicht mal einer anrufen? Denkt an eure Handys! Ach stimmt ja, immer wenn ich eine Qualität einstelle, gewinne ich. Nein, das war ein Opfer. Wird sich zeigen. Ehrlich: Er hatte drei Schwerfiguren gegen Dame-Läufer-Turm, dazu er einen Freibauern auf e6, und ansonsten die Bauern etwas verkeilt. Das sah nicht gut aus. Hätte ich da schon gewusst, dass mein jugendlicher Gegner keine DWZ hat, hätte ich abends zuhause nochmal geguckt, ob das halbe Fläschchen Bier gestern Abend eine halbe Flasche Whisky war. Wenn wir einen Jugendlichen bei uns aus dem Schulschach bekommen, der auf Anhieb so cool spielt, stelle ich den gleich in die erste Mannschaft. Denn ich bin ja meisterklassenqualifiziert, sodass es nicht an mir liegen kann, dass er so gut stand. Aufreißen. Ist zwar ein Typ und kein Mädel, aber aufreißen! Ich noch 1,5 Minuten, er noch 1 Stunde. Und mit der Zeitkontrolle steht meine schwarze Dame plötzlich auf g3, Turm steht schon auf f4. Hoppla Mattangriff. Gut den rabenschwarzen Tag überspielt. Die Stellung kippt. Aus eben genanntem Material werden Dame und weißfeldriger Läufer gegen zwei Türme und Freibauer auf e7. Inzwischen schwante wegen mir wegen den erläuterten Umständen an Brett 3, dass mein Gegner vielleicht ein Klassenkamerad von Edmunds Gegner sein könnte und auch direkt vom Schulschach ans Brett kam. Ich grüble, er zieht. Er mit 1:28 auf der Uhr – ja, wir haben über 40 Züge vorher mal mit 1:30 auf der Uhr angefangen. Ich unter 10 Minuten. Reicht. Remis abgelehnt (das war frech von mir). König gescheucht. Türmestellung auseinandergebracht. Läufer befreit. Bauern eingesammelt gegen den Läufer, und Abmarsch der eigenen Freibauern! Hab ich mir einfacher vorgestellt. Er war gut, für einen ohne DWZ. Hut ab. Aber ich gewinn immer, wenn ich die Qualität einstelle, nein natürlich opfere.

Danach fand ich Tim und Dustin beim Blitzen wieder, und Edmund kommentierte. Edmund, der heute nicht die moralische Instanz war, das zu tun. Er tat es trotzdem und Dustin rümpfte die Nase und beklagte sich, nachdem er so heroisch und filigran endlich mal jemand mit kleinerer DWZ-Zahl schlagen konnte.

Wir bekommen nun am 25. März 2017 Bad Schwartau als Gast. Das wird eine 50:50–Sache, aber für uns steht Revanche wegen der Landesliga-Niederlage an. Wenn wir gewinnen, bekommen wir es mit Schwarzenbek zu tun, die jetzt erst mal ein Freilos bekommen haben. Dort gilt das gleiche. Das wird auch eine 50:50–Sache, aber für uns steht Revanche wegen der Landesliga-Niederlage an. Und dann sind wir hoffentlich im Finale. Es könnte dann der Lübecker SV werden, so nach den DWZ-Zahlen auf dem Papier. Dann aber gilt das gleiche. Das wird eine 50:50 –Sache, denn heute haben wir gesehen, dass der DWZ-Unterschied nur eine Fassade ist, die man mit Herz und Kampfgeist und esoterischen Ölen außer Kraft setzen kann. Und für uns steht Revanche wegen der Landesliga-Niederlage gegen Lübecks Zweite an. Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!

Der Rückweg ging erstmal in die andere Richtung, gen Kiel – Eckernförde – Gettorf. Navi an, damit auch eine schöne Mädels-Stimme im Auto erklingt. Raus aus Bad Segeberg Richtung Schackendorf. Aber das Mädel streikt. War das gerade die Abfahrt zur Autobahn? Gegröle im Auto, die Mädels-Stimme kommt nicht gegen an. Stattdessen Ortseinfahrt Schackendorf. Wollte ich schon immer mal sehen. Danach Richtung Negernbötel. Kurzweilige Diskussion, ob der Ortsname rassistisch ist. Aber keiner will AfD wählen, und das Gespräch gleitet über Negerküsse zu Schaumküssen über. Als ich meine Story vom Tankstellenjob erzählen will, als ich einer Kundin das Wort Neger-Kuss verbieten wollte und sie sich – man, muss ich gut ausgesehen haben – über die Kasse beugte, sah ich im Rückspiegel, wie Dustin die Augenbrauen nebst Mundwinkeln verzog. Nein, hatte ich noch nie erzählt, oder doch? Ablenkung ist thematisch. Der HSV-Rucksack ist meine Rettung und Tim hilft. Wie kann ihm Manfred einen Rucksack mit schimmelndem Apfel da lassen!

Jetzt sitze ich hier, und bin fix und fertig. Mit dem Bericht, tschüß – Kai Krüger.

Die „letzte Runde“

– Ein Bericht von Claus Langmann –

Die „letzte Runde“, die am vergangenen Montag gespielt wurde, war gar keine letzte Runde. Sie diente nur dazu zu ermitteln, welche vier Spieler aus den jeweiligen Gruppen A und B die vorderen vier Ränge belegen würden. Denn diese werden dann in den ab Mai beginnenden beiden Finalrunden die tatsächlichen Sieger unseres Klubturniers ermitteln.

Vorher mussten aber noch einige bisher nicht gespielte Spiele durchgezogen werden, unter anderem die Ansetzung Krüger – mich am Sonntag davor. In der nebenstehenden Diagrammstellung dachte ich etwa drei Minuten über den Zug Sf6–d7 nach, fand ihn gut und brachte ihn aufs Brett. Als ich noch beim Notieren des Zuges war, hörte ich eine Stimme: „Claus, ist das Dein Ernst?“ Schon bei diesem Text und bei dem damit verbundenen Tonfall schwante mir Böses, was sich dann beim Blick auf das Brett auch bewahrheitete. Ohne den hergeschenkten Läufer gab ich auf. Üblicherweise verschweigt man einen derartigen Blackout, aber es ist die kürzeste Partie meines Lebens und sie gewinnt dadurch einen gewissen Denkmalcharakter.

Am Montag nun waren alle noch ausstehenden Partien gespielt und die Spieler fanden sich ein, um die jeweils Besten ihrer Gruppe zu ermitteln. Dustin Möller und Manfred Homuth hatten die Berechtigung für die Finalrunde auf Grund der von ihnen gesammelten Punkte schon erreicht, dennoch kämpften sie – wie man sieht – am Montag zäh um den Sieg. Des Rätsels Lösung: Die bisher erreichten Punkte werden in die Finalrunde mitgenommen! Durch seinen Sieg gegen Manfred H. hat Dustin M. nun in der Finalrunde 1½ Punkte Vorsprung, die in einem nur 3-rundigen Turnier wohl kaum aufzuholen sind.

Für die restlichen beiden Plätze der A-Gruppe konnten noch drei Spieler auf die Finalteilnahme und damit auf die Klubmeisterschaft hoffen: Edmund Lomer, Kai Krüger und Enrique Ruiz Hampel. Das hing nun in vielen Fällen nicht nur vom eigenen Ergebnis ab, sondern auch von den Resultaten der Mitbewerber. Dustin hatte in minutiöser Kleinarbeit alle Szenarien aufbereitet und wenn ich richtig zähle, gab es insgesamt 10 verschiedene Möglichkeiten des Ausgangs dieses Wettbewerbs. Einzig und allein Ruiz-Hampel konnte durch einen Sieg oder durch ein Remis sicher die Finalrunde erreichen. Das Remis brachte er sicher in den Hafen. Nun hätte Edmund L. mich schlagen müssen, um auf Grund eines winzigen Vorsprung in der Sonneborn-Berger-Wertung in die Finalrunde zu kommen, aber unsere Schlussstellung ergab – wohl für jedermann erkennbar – nicht mehr als einen halben Punkt.

So treten in der Finalrunde A folgende Spieler an: Möller, Homuth, Ruiz-Hampel und Krüger und in der Finalrunde B Geruschkat, Kiesbye, Libuda und Beyer. In der Gruppe B gibt es noch eine kleine Unklarheit, die aber wohl keine Auswirkungen auf die Auswahl der Teilnehmer hat. Diese jeweils drei Runden sind für den Mai angesetzt, können aber einvernehmlich vorgezogen werden.

Wacker geschlagen – worden!

– Ein Bericht vom Mannschaftsführer Kai Krüger –

Am 15.01.2017 haben wir mit unserer ersten Eckernförder Mannschaft die zweite Mannschaft des Lübecker SV in der Landesliga zur 4. Runde empfangen. Dass die Lübecker Favorit sind, war schon vorher klar. Dass deren „schwächster“ Spieler immer noch mit einer DWZ von 2041 angetreten ist, nun ja, da können wir nicht so mithalten.

Wir traten mit unserer „ersten 6“ plus Edmund Lomer und Torsten Bahr an. Und konnten in den ersten Stunden gut mithalten. Tim Bendfeldt konnte an Brett 3 Feuer legen, als er einen Bauern ins Geschäft steckte. Sein Gegner musste schon schnell über eine Stunde darüber nachdenken, um alles zu überblicken, was er allerdings sehr gut gemacht hat. Manfred Homuth konnte an Brett 2 aus einer guten Eröffnung heraus nicht zwingend fortsetzen. Rolf Möller hatte an Brett 6 indes einen Materialvorteil am Damenflügel in Aussicht, Torsten Bahr vorübergehend auch an Brett 8. So schlecht stand es also nicht, als Kai Krüger an Brett 4 nach 18 Zügen gegen den langjährigen Zweitligaspieler Uli Sieg Remis anbot. Auch Christopher Deutschbein an Brett 5 folgte wenig später mit einem angenommenen Remis. Sein Gegner lehnte drei Züge vorher zurecht in besserer Stellung ein Remis ab, und dann spielt bekanntlich die Psychologie eine große Rolle. Christopher fragte erst den Mannschaftsführer Kai Krüger und nahm dann schnell an. Der vermeintlich nicht so solide Bauerngewinn hätte aber mit einem Zwischenzug zu einer besseren Stellung – plus Mehrbauer – geführt. Oje, zu dieser Zeit fühlte Christopher sich nicht wohl, weil gefühlt Brett 6 zwar auf Gewinn stand, aber drei andere Bretter schlechter standen.

Dann folgte die vierte Stunde, in der die Spielstärke sich bekanntlich umsetzt und Entscheidungen herstellt. Brett 2 ging für Manfred verloren, es war nicht sein Tag. Tim konnte an Brett 3 nicht gegen seinen sehr jungen Gegner durchdringen, es war aber die sicherlich interessanteste Partie – so wenn beide Könige nicht rochieren und einfach gefühlt Jagdzeit ist. Diese Partie endete schließlich Remis zum zwischenzeitlichen 1½ : 2½. Brett 6 und 8 fuhren aus unserer Sicht leider an die Wand, denn Rolf und Torsten konnten die Mehrbauern nicht aufrechterhalten und zahlten den jeweils – sei es mal so begründet: – mehr als 100 Punkten DWZ-Unterschied Tribut. Damit war der Wettkampf verloren und Edmund grummelte etwas frustriert, als er auf die Spielberichtskarte schaute. Da er kurz zuvor bei Dustin Möller an Brett 1 vorbeigeschaut hatte, meinte er zum Mannschaftsführer, dass er dann ja wohl den Ehrenpunkt machen müsse.

Dustin kämpfte an Brett 1 lange in einer gefühlt schlechteren Stellung, und allein Christopher war es, der ihm locker den Sieg zutraute, immerhin kennen sich beide seit Jahren – vielleicht hat das den Blick etwas getrübt, da man nicht immer vom allgemeinen auf die konkrete Situation schließen darf. Im Figurenendspiel gab sein Gegner aber am Ende das Remis, sodass Edmund an Brett 7 in einer vorübergehend eher einen ganz kleinen Tick schlechteren Stellung seine langjährige Erfahrung gern ausspielte und im Endspiel mit dem a-Bauern den wohlverdienten Ehrenpunkt einfahren konnte.

Mit 3 : 5 gegen diese starken Lübecker aus dem Tag zu kommen, ist durchaus standesgemäß in Ordnung. Wir sind nun auf Tabellenplatz 6, mit dem klaren Ziel, im nächsten Wettkampf in Schwarzenbek einen Sieg einzufahren, um die weitere Saison im sicheren Mittelfeld zu verbringen.

 

Grünkohl verbindet!

Ein Bericht von unserem 1.Vorsitzenden Kai Krüger

Am 13.01.2017 haben wir uns im EMTV-Sportheim zu unserem ersten Grünkohlabend getroffen. Anwesend waren 18 Mitglieder und 3 Partner. Die Idee war es, neben dem Mannschaftsbetrieb und neben dem Turnierbetrieb zusätzlich zu unserem Sommergrillfest, bei dem es thematisch um die Spielaufstellungen der Mannschaften geht, einen Abend im Winter zu finden, an dem zwanglos alle Mitglieder, auch mit ihren Partnern, ohne die Fixierung auf den Schachsport zusammenkommen können. Der Verein hat, wie im Vorstand zuvor beschlossen, einen Teil der Kosten übernommen, um eine zusätzliche Motivation zum Erscheinen zu geben.

Diese Idee ist sehr gut angenommen worden, sodass wir bei entsprechender Lage der Vereinskasse auch im kommenden Jahr wieder ein solches Treffen bei einem gemeinsamen Essen organisieren möchten.

An unserem Grünkohlessen am Freitagabend sind Mitglieder aus der ersten und zweiten Mannschaft, aber auch passive Mitglieder sowie Partnerinnen unserer Mitglieder miteinander ins Gespräch gekommen. Es gab keine Grüppchen, sondern gerade vor und nach der sehr wohltuenden Mahlzeit auch ein angenehmes Stühle-Rücken, sodass man nicht auf die Nebenleute und das gegenüber allein angewiesen war, sondern ein Austausch „über die Tische hinweg“ erfolgte. Nur zwei Schachbretter nebst Figuren und eine Schachuhr konnten sich im Anschluss an den Grünkohl einen Weg auf den Tisch bahnen. Selbst dann aber war das Interesse am Schachspiel für die meisten – mal von bestimmten zu erwartenden Ausnahmen abgesehen – eher gering. Wie gut, wir können also auch sozial-emotional kommunizieren

Ich bedanke mich an dieser Stelle für die rege Beteiligung, die mir Motivation gibt, auch weiterhin über Aktionen nachzudenken, die Euch als den Mitgliedern des Eckernförder Schachclubs eine Plattform bietet, den Zusammenhalt untereinander zu vertiefen.

 
RAMADA-Cup Vorrunde in Magdeburg vom 25.11. – 27.11.16

 – Ein Bericht von Torsten Bahr –

Am 24.11.16 reisten Kai Krüger, Dustin Möller und ich zur Vorrunde der Deutschen Amateurmeisterschaft in Magdeburg an. Unsere Wohngemeinschaft hatte eine Ferienwohnung in der Neustadt gemietet. Kai Krüger hatte alles bestens organisiert. Neben der Organisation und Reiseleitung übernahm er auch die Funktionen als Fahrer und Koch. Dustin und ich brauchten uns deshalb eigentlich nur auf unsere die Turnierpartien zu konzentrieren.

Kai durfte in der A-Gruppe als Startnummer 12 von 17 Teilnehmern beginnen. Dustin ging als Startnummer 3 und ich als Startnummer 40 von 45 Teilnehmern in der B-Gruppe ins Turnier. Dieses Mal verzeichnete Magdeburg einen Teilnehmerrekord. Es sollten keine Interessenten abgewiesen werden. Daher fand die Turnierleitung eine besondere Lösung. Aufgrund der Platzgründe spielten die A- und B-Gruppe in der ersten Runde im 4.Stock des Hotels. Den vom Turnierdirektor Dr. Jordan angekündigten schönen Ausblick über die Stadt gab es. Einen Blick auf den „Hamburger Dom“ allerdings nicht. Gemeint war der Magdeburger Dom …..

Nicht ganz so schön war, dass die Runde durch die längere Begrüßung im eigentlichen Turniersaal für uns im 4. Stock erst um 10:30 Uhr begann. Somit war die Pause bis zur 2.Runde kürzer. Zumindest waren die Turnierbedingungen im Spielsaal hervorragend.

Während der Runde informierte uns die Turnierleitung, dass beide Gruppen ab der 2. Runde auch im Turniersaal spielen dürfen. Vielleicht war das für uns ja auch ganz gut, denn wir erreichten zusammen nur einen Punkt. Da war mehr möglich. In der 2.Runde wurde die F-Gruppe in einen Nebenraum ausquartiert. Die Vermutung, dass in den späteren Runden die Gruppen C, D und E den Extraraum beziehen sollen, bewahrheitete sich dann nicht.

Unser Start im eigentlichen Turniersaal gestaltete sich schwierig. Denn auch in dieser Runde kamen wir auch nur auf einen Punkt.

Am zweiten Tag holten wir 2 Punkte in Runde 3. Kai hatte nach seinen beiden Spielen gegen den späteren Sieger und FM Bente das Freilos erhalten. Dustin kam mit Weiß nicht über ein Remis hinaus. Und auch meine Partie endete nach 92 Zügen mit Remis.

In der 4. Runde bot ich meinem Gegner früh Remis an, das dieser dann auch annahm. Dustin und Kai setzten alles auf eine Karte. Dieser Tag endete dann mit einen halben Punkt für die Teilnehmer des ESC.

Am Sonntag hieß es dann Endspurt. Endlich konnten Dustin und ich mal mit Weiß gewinnen. Kai lief in eine Falle und musste später auch die letzte Partie verloren geben. So holten wir noch einmal 2 Punkte.

Das geplante Rahmenprogramm fiel wegen der gleichzeitig stattfindenden WM aus.

Die Einzelergebnisse können auf der Turnierseite des RAMADA-Cups hier eingesehen werden.

Fazit: Mein insgesamt drittes Turnier in den neuen Bundesländern nach dem RAMADA-Cup 2008 in Halle und dem Deutschland-Cup 2008 in Dresden brachte ein für mich unerwartetes Ergebnis. Dustins Vorgabe „2½ aus 5 !“ wurde tatsächlich erreicht.

Zu dem Ergebnis kam es nur, weil sich Kai um alles gekümmert hat und Dustin gelegentlich Tipps gegeben hat.

Ein Herzschlagunentschieden in Leck!

– Ein Bericht von Dustin Möller –

Der 2. Advent brachte unserer Mannschaft ein besonders schönes vorläufiges Nikolausgeschenk: ein Auswärtsspiel in Leck. Die dritte Runde der diesjährigen Saison stand unter klaren Vorzeichen. Für beide Mannschaften ging es um wichtige Punkte im Abstiegskampf. Der Druck lag dabei deutlich auf Lecker Seite, da diese bereits gegen Segeberg verloren hatten und somit bereits mit dem Rücken zur Wand standen.

Erwartet früh war Aufbruch in den hohen Norden. Während die Kieler Fraktion sich mit Rolf in Bredenbek einfand, holte Kai unsere Eckernförder Gastspieler (ein bei lediglich zwei Spielern aus Eckernförde angebrachter Terminus) aus Eckernförde ab.

An dieser Stelle möchte ich die Chance nutzen, einen besonderen Dank an unsere Fahrer im Team auszusprechen, nicht nur die vom vergangenen Sonntag. Es wird oft als selbstverständlich angenommen, dass die wenigen Fahrtüchtigen im Team das Taxi zum Auswärtsspiel spielen. Dem sollte keineswegs so sein! Danke für eure Aufopferung für die Mannschaft. Danke für jeden Bring- und Abholdienst, der euch immer eine halbe Stunde früher losfahren und später heimkommen lässt als alle Anderen. Ihr seid die stillen Helden im Team, danke!

Nun aber zum Schachlichen.

Grundsätzlich waren beide Teams relativ ausgeglichen einzuschätzen. Lediglich an Brett 1 besaß Leck einen Vorsprung von 100 Punkten mit Thore Prien gegenüber meiner Wenigkeit.

Edmund Lomer gab sein Saisondebüt in der ersten Mannschaft – standesgemäß wurde erst mal eine Eins eingetragen. Mein erster Eindruck von Edmunds Partie ist im linken Diagramm zu sehen. Hier begann ich meinen ersten Rundgang und sah mit Entzücken, dass Edmund in einer Stellung gelandet war, die wie für ihn gemacht schien. Positioneller Druck mit besserem Figurenspiel. Der c6-Bauer würde auf Dauer fallen, die c-Linie wird okkupiert und das Feld c5 ist für den Springer zugänglich. Hier begann ich im Weggehen schon mit dem Nicken – das würde Edmund sich nicht nehmen lassen. Und so war es! Der weitere Partieverlauf entging mir am Spieltag, doch die Analyse am Montag zeigte ein Spiel auf ein Tor. Das Diagramm rechts zeigt bereits klaren Vorteil für Edmund. Bauer mehr, Harmonie der Figuren und ein offener schwarzer König – klare Sache. Sein Gegenüber suchte nach jedmöglicher Desperado-Lösung, um irgendwie Aktivität vorzutäuschen. Selbst eine Figur wurde noch geopfert. „Huch…naja, den nehm ich erst mal“ beschrieb Edmund seinen Gedankengang am Montag – 1:0.

Lange sollte die früh gewonnene Führung jedoch nicht anhalten. Kai Krüger verlor seine Partie an Brett 4. Es wurde eine katalanische Partie gespielt, in der Kai es nicht vollbrachte, Gleichgewicht mit den schwarzen Steinen herzustellen. Das wird wohl auch an den 39 Grad Fieber, die am nächsten Tag anschlugen, gelegen haben, Kai fühlte sich bereits am Sonntag recht schlapp – kein Vorwurf, nächstes Mal wird wieder gewonnen – 1:1

Nach einer ärgerlichen Niederlage am letzten Spieltag ging Tim Bendfeldt diesmal keine großen Risiken ein. Die Stellung nahm im frühen Mittelspiel deutlich an Schärfe zu, so dass auf drei Ergebnisse gespielt wurde. Im offenen Turnier hätte man die Stellung weiter gespielt, hier wollte Tim im Mannschaftssinne kein unnötiges Risiko eingehen – 1½:1½.

Für unser Zugpferd Christopher Deutschbein (bis dato mit 2/2 !) sollte es diesmal ganz und gar nicht laufen. Geplagt von Müdigkeit und überrascht von guter Eröffnungsvorbereitung seines Gegners, war die Partie ab einem gewissen Punkt immer schwieriger zu spielen. In der Stellung links zog Chris Sc1. Um die Tiefe dieses Zuges zu verstehen, fehlt mir eindeutig die Zeit, aber ich nehme an, dass er die 2. Reihe für die Dame räumen wollte und mit dem Turm ein Auge auf e6 behalten. Die allwissende Maschine hätte hier Sg3 bevorzugt, selbe Idee, nur dass der Springer so die g-Linie blockiert.

Nach Sc1 wurde es sehr unangenehm für Weiß. Schwarz verdoppelte die Türme, gruppierte stark seinen Läufer nach d6 um und gab Weiß keine Chance für Aktivität – 1½:2½.

Bisher keine gute Saison hat Manfred Homuth. Mit 0/2 gestartet, wollte er es diesmal Allen beweisen. In einem Ben-Oni Komplex sicherte sich sein Gegner früh das Zentrum mit der starken Bauernkette g2-f3-e4-d5 (s. Diagramm rechts) So sehr er es am Damenflügel auch versuchte, schaffte Manfred es einfach nicht, die nötige Aktivität aufzubringen, um diesen langfristigen Vorteil auszugleichen. Der Raumvorteil am Damenflügel mag auf den ersten Blick nett aussehen, führt aber leider zu nichts. Schwarz ist mittelfristig dem Motiv f4-e5 ausgesetzt, welches sich nicht verhindern lässt. Um sich nicht passiv verteidigen zu müssen, opferte Manfred die Qualität, um einen Freibauern auf b3 zu etablieren. Leider sollte dies nicht genügen, die Partie ging nach präzisem Spiel seines Gegenübers verloren – 1½:3½. Eine lustige, wenn auch traurige Parallele mag dem aufmerksamen Eckernförder Ultra-Fan aufgefallen sein. Auch im letzten Jahr wurde für Eckernförde mit 0/3 am 2. Brett gestartet, damals noch durch meine bescheidenen Brettspielkünste. Das bedeutet, Manfred wird nun auch 4/6 machen, klar soweit?!

Der Zwischenstand ließ nichts Gutes ahnen. Bei noch drei ausstehenden Partien war die Marschroute klar: Abteilung Attacke!

Gut sah es hierbei im hinteren Teil der Mannschaft aus. Nachdem Edmund bereits gewonnen hatte, standen auch seine Brettnachbarn Rolf Möller und Torsten Bahr exzellent.

Auf meinem Brett hingegen war wenig Raum für Hoffnung auf etwas Zählbares, dazu in Kürze mehr.

Als erster unseres Trios gewann Rolf seine Partie. Sein Gegner wählte mit 1.b4 einen selten gesehen Anfangszug. Kurios wurde es aber bereits vor Partiebeginn: Nachdem die Paarungen klar waren und ich den Namen von Rolfs Gegner las, kamen ebenfalls Erinnerungen von vor vier Jahren in der Verbandsliga zurück. Damals spielte ich ebenfalls gegen Herrn Gömer – auch hier kam 1.b4. So kam es, dass Rolf und ich uns noch vor Spielbeginn für eine Minute zusammensetzen konnten und eine Vorbereitung ausarbeiteten.

Und prompt kam diese auch aufs Brett! Damit aber nicht genug: Im ersten Zug nach Ende der Vorbereitung ergriff Rolf mit Schwarz sofort die Initiative (s. Diagramm links). Mit d4 nutzt er den Umstand aus, dass Weiß mit seinem Spiel am Damenflügel insgesamt 4 Tempi verloren hatte. In der Folge fand sich der schwarze Läufer auf f4 wieder, die Dame wurde zum Königsflügel transferiert und mit dem Motiv Sg4 (bedroht h2 und e3) war die weiße Stellung letztlich einfach zu sehr überlastet. Rolf gewann mit einem taktischen Schlag zwei Figuren für einen Turm und konnte die Damen abtauschen. Ab diesem Moment wurde die gesamte Stellung gesichert und ohne jede Blöße der Materialvorteil verwertet – 2½:3½.

Zu diesem Zeitpunkt war auch an Brett 8 eine deutliche Tendenz zu erkennen. Ohne die Zeit zu haben, die Stellung in aller Tiefe zu durchblicken, schien es offensichtlich, dass Torsten den einen oder anderen Bauern mehr hatte. Auch wenn er noch nach mir seine Partie beendete, war der Punkt hier fest einzuplanen – 3½:3½. Torsten steht damit mit 2½/3 in den Top 10 der Landesliga. Was ein Einstand in Eckernförde!

Tja und nun zum Elend am Brett 1. Die Eröffnung lief herausragend für mich. Alle Figuren standen besser, mehr Raum, keine Schwächen – an einem normalen Tag ein sicherer Punkt. Anscheinend jedoch nicht, wenn da ein Gegner mit 2175 gegenüber sitzt. Im Diagramm sieht man den (zweit-)wichtigsten Moment der Partie. An dieser Stelle zog ich selbstbewusst Lb5 (s. Diagramm rechts). Fest damit rechnend, dass Schwarz nehmen muss, sah ich guten Druck gegen b7 voraus, der durch meinen schwarzfeldrigen Läufer schwer zu halten sein würde. Hier zeigte mein Gegner jedoch ein starkes Stück an taktischer Kalkulation. Er schlug mit seinem Bauern auf b4! Ein Zug den ich für ungefährlich hielt, da in meinen vorigen Berechnungen immer auf d7 genommen wurde (bxc3 Lxe6+).

Doch just nach seinem Zug fiel mir seine Idee auf: Nach Lxd7 kommt Sxc5!!. Was für eine Rettung – Chapeau gegenüber Thore, so eine Ressource zu finden, zeugt von großem Spielverständnis. Zur Erklärung warum ich den Bauern nicht einfach wiedernehme: Sc7 ist etwas peinlich. Hiernach war ich zugegeben etwas von der Rolle. Eine derart gute Stellung so einzustellen war in dem Moment doch arg ärgerlich, was meine schlechten folgenden 10 Züge erklären mag.

Wir fanden uns in einem Turmendspiel wieder, welches aufgrund zu vieler schwacher Bauerninseln deutlich schlechter für mich ist, vermutlich verloren. In solchen Stellungen ist es immer eine Grundsatzentscheidung, ob man versucht passiv zu klammern oder aktiv Gegenspiel sucht. Ohne große Umschweife wählte ich Letzteres, keine Hoffnung sehend, mich langfristig hinter meinen Bauern halten zu können.
Also ging es nach vorn, die 7. Reihe war mein angestrebtes Ziel (s. Diagramme links und Mitte). Dadurch, dass der König auf g6 abgeschnitten ist, hatte ich entfernte Hoffnungen auf Dauerschach. Im letzten Diagramm sieht man die Endstellung.

Schwarz hatte sich zwischenzeitlich einen Springer geholt und nutzte damit aus, dass meine Türme sich gegenseitig decken mussten. Genommen werden konnte nicht, da dann Th5+ mit Turmtausch und dem Ende meiner Träume gekommen wären. Eine Dame konnte er sich jedoch nicht holen, das Umwandeln in eine Dame wäre ohne Tempo gekommen, die Antwort wäre Dauerschach gewesen. So wandelte er nach Kf2 mit Tempo in einen Springer um und wir landeten in besagter Endstellung.

Vergeben hatte Schwarz seinen Sieg mit dem Schach auf a3. Das entscheidende Gewinnmotiv für Schwarz war es, e5 zu spielen, um den Turm auf der 6. Reihe zur Verteidigung einzubinden. Glücklicherweise für mich wurde dieses Motiv übersehen, ebenso wie im letzten Diagramm mein Zug f4! Dies sah ich bereits viele Züge im Voraus, es war der einzige Strohhalm, an den ich mich klammern konnte. Nimmt der Turm auf f4, dann kommt Thg7+ und der König muss im Gewinnsinne nach h4. Dann fällt der schwarze Turm. Dies wäre sogar spielbar, wenn der g4-Bauer nicht sofort hinge und Schwarz diesen mit Tg3 passiv decken müsse. Hier ist die Stellung wieder offen. Mein Kontrahent wählte die andere Alternative und willigte ohne große Freude ins Dauerschach ein, eine verständliche Entscheidung mit nur noch zwei Minuten Rest auf der Uhr.

So hieß es am Ende 4:4 zwischen Leck und Eckernförde zu vermelden. Eine besonders im Anbetracht meiner Partie glückliche Punkteteilung, jedoch umso wichtiger. Nicht mal weil wir mit einem Schlag auf Platz 5 der Tabelle gesprungen sind, sondern vielmehr, weil wir dadurch einen Abstiegskonkurrenten hinter uns halten konnten. Nun haben wir es selbst in der Hand, gegen Schwarzenbek den Klassenerhalt frühzeitig klar zu machen.

Vorher geht’s jedoch gegen den Tabellenzweiten aus Lübeck, eine ganz harte Nummer.

Aber dazu mehr im Neuen Jahr!

-.-.-.-.-.-

Die zweite Mnnschaft hat auch an diesem Tag gespielt, aber trotz guter  Besetzung eine knappe Niederlage eingefangen (s Mannschaftsseite).

Ein spannender Pokalkampf!

– Ein Bericht von Dustin Möller –

Es kommt nicht oft vor, dass ein Spieler unseres Vereines sich in das Finale des Dähne-Pokal vorspielt, weshalb ich mich am Sonntag, dem 23.10.16 auf den Weg nach Flintbek machte, um unseren Neuzugang Tim Bendfeldt bei seiner Mission des Titelgewinnes zu unterstützen.

Der Dähne-Pokal entspricht unserem Pokalturnier, lediglich auf Landesebene. Attraktivität gewinnt das Turnier durch die damit verbundene Chancen, sich für die Meisterklasse der Landeseinzelmeisterschaft zu qualifizieren oder auch als Möglichkeit, zum Finale auf Bundesebene zu fahren. Da beide Finalisten hierfür als spielberechtigt vorgesehen sind, können wir uns daher auf Tims Leistungen gegen die besten Amateurschachspieler Deutschlands freuen!

Tims Werdegang zum Finale barg lediglich einen dicken Brocken, das Lübecker Edeljuwel Martin Kololli. Dieser ist in seinen jungen Jahren bereits jenseits der 2200 gewertet, der Sieg von Tim mit den schwarzen(!) Steinen war demnach durchaus eine kleine Überraschung. Umso größer war die Freude über den Sieg im Juli.

Nachdem das Halbfinale keine große Herausforderung darstellte, war der letzte Kontrahent vor dem Titelgewinn ein wahrer Kracher: Falko Meyer vom SK Norderstedt – er spielt in der 2. Bundesliga und ist bekannt für seine herausragenden Fähigkeiten im Blitz-Schach. Da Tim das Heimrecht für das Finale eingeräumt wurde, hieß dies gleichzeitig, dass unsere Titelhoffnung mit Schwarz antreten müsste. Kein Problem für Tim: „Mit Schwarz hab ich sie eh lieber!“

Jede Form der Vorbereitung war bereits nach wenigen Zügen obsolet, Meyer überraschte ihn mit einer nicht antizipierten Variante der Damenbauerspiele. Früh griff Tim etwas daneben, schaffte es aber pünktlich zu meiner Ankunft vor Ort, die Stellung wieder in die Balance zu führen und drohte gar, die Initiative zu greifen (s. Stellung 1).

Mit dem in französischen Bauernstrukturen oft entscheidenden Hebel- und Befreiungszügen f6 und e5 kommt der schwarze weißfeldrige Läufer an die frische Luft, hier sogar mit extra Wumms durch den drohenden Läuferzug nach f5 mit Tempo auf die Dame.

Doch anstatt sich das Heft aus der Hand nehmen zu lassen, zeigte Meyer in den Folgezügen seine ganze Klasse. Zunächst zog er sehr dynamisch Sg5!?, mit einem klaren Trick im Auge. In der späteren Analyse war man sich über das Ende der extrem scharfen Antwort h6 nicht im Klaren, kaum einer kann Tim das natürlich wirkende Nehmen auf d4 jedoch vorhalten. Doch hier zeigte sich Meyers Idee: Sxc4 und plötzlich versinkt Schwarz in einer Welt voller Probleme. Genommen werden kann der Springer aufgrund des dann folgenden Läuferschachs natürlich keineswegs. Wenige Züge später wurde dann deutlich: Weiß hat die Oberhand im Kampf um die Initiative gewonnen (s. Stellung 2).

In der Folge wurde der b-Bauer nach b6 getrieben und mittels eines Turmtauschs auf c7 noch weiter Richtung Grundlinie befördert. In der drohenden Zeitnot fiel es Tim immer schwerer, konkrete Gegenchancen zu kreieren. Ld3 und h5 rissen exemplarisch eine zweite Front auf (s. Stellung 3). Meyer gewann dann mit einer Dame/Läufer-Batterie den g6-Bauern und konnte so Tims Königsstellung für den entscheidenden Angriff öffnen (s. Stellung 4).

Auf dem letzten Bild ist die Stellung nach beidseitiger großer Zeitnot zu sehen. Weiß gelang es wenig später, seinen schwarzfeldrigen Läufer nach f6 einpflanzen, die Dame heranzuholen und den Turm auf der c-Linie etablieren. Die kombinierten Drohungen waren zu viel: Meyer – Bendfeldt endete 1:0.

Schade drum! Gerade zu Beginn des Mittelspiels war ich noch sehr optimistisch, dass Tim nach e5 die Partie zu seinen Gunsten hätte wenden können. Der Sxc4-Trick war meines Erachtens die partieentscheidende Stelle, hier galt es wohl tatsächlich, den Springer von g5 zunächst zu vertreiben. Danach spielt sich die Partie gegen einen derart starken Gegenüber sehr unangenehm. Falko Meyer kann man zu seinem Sieg nur gratulieren, das war bombenstark gespielt und wahrlich keine Schande für Tim, da das Nachsehen zu haben. Aber hey, eine Revanche beim Bundesfinale ist ohnehin deutlich wertvoller!

Stellung 1

Stellung 2

Stellung 3

Stellung 4

Mit Startsieg in die Landesliga!

– Ein Bericht unseres Mannschaftsführers Kai Krüger –

Unsere Neuzugänge sichern den Sieg gegen Bad Segeberg!

Endlich hat die neue Schachsaison in der Landesliga Schleswig-Holstein begonnen. Verstärkt mit den Neuzugängen Tim Bendfeldt, Christopher Deutschbein und Torsten Bahr haben die Spieler unserer ersten Mannschaft um Mannschaftsführer Kai Krüger das Ziel abgesteckt, sich schnell in sichere Bereiche der Landesliga als höchster Spielklasse in Schleswig-Holstein zu spielen. Das ist in der ersten Runde am 25.09.2016 beim Aufsteiger aus Bad Segeberg bestens gelungen.

Obwohl die Segeberger Schachfreunde formell in Bestbesetzung auftraten und obwohl gerade an den beiden Spitzenbrettern der in höheren Schachligen übliche Kampf um die bessere Vorbereitung auf den erwarteten Gegner diesmal von den beiden Segeberger Spitzenspielern Steffen Wrage und Mirko Neitzel gegen unsere Spitzenspieler Dustin Möller und Manfred Homuth gewonnen wurde und im Lauf des Wettkampfs diese Partien für uns verloren gingen, wurde die neue spielerische Stärke im Mittelfeld der Mannschaft sichtbar, die sich Mannschaftsführer Kai Krüger durch die Neuzugänge erhofft hatte. Selbst mit einem kampflosen Sieg „beschenkt“, konnte er an den Brettern 4 – 8 einen verlässlichen Schwung erkennen, der mit letztlich 4:1 Punkten an diesen mittleren und hinteren Brettern belohnt wurde. Nachdem Enrique Ruiz Hampel einen relativ schnellen Sieg einfuhr und Ralf Möller ein sicheres Remis einspielte, konnte Matthias Braun eine verloren geglaubte Partie im Endspiel zum Remis drehen.

Beim Stand von 3:3 kam es auf die Neuzugänge Deutschbein und Bahr an den Brettern 4 und 7 an. Beide zogen ihre Partien kampfstark durch. Deutschbein mit einem erfolgreichen Mattangriff, Bahr mit einem gekonnten Bauernendspiel. Damit wurde der 5:3-Sieg gesichert. Durch diesen Erfolg rangiert unsere Erste derzeit an vierter Stelle in der Landesliga, direkt hinter dem Aufstiegsfavoriten SK Doppelbauer Kiel (gespickt mit den Deutschen Jugendmannschaftsmeistern), dem SK Norderstedt II (mit bundesligaerfahrenen Spielern) und dem SV Bargteheide als aktuellem Oberliga-Absteiger.

Kurios war der Wettkampf schon. Am Samstagnachmittag ist Edmund Lomer erkrankt ausgefallen. Super, dass Ralf Möller doch noch kurzfristig einspringen konnte. Die Breite in der Ersten ist diesmal so gut, dass der Kern der Zweiten nicht angetastet werden muss. Danke an Dustin Möller, dass er das regelte, derweil ich auf Pokémon-Jagd mit meinem Sohn war (ja, nicht lachen, das macht sogar Spaß…).

Und am Sonntag fuhren Matthias Braun, Enrique Ruiz Hampel und Kai Krüger mit PKWs nach Bad Segeberg, um völlig vom Stadtlauf überrascht zu werden. Die gesamte Innenstadt war abgesperrt. Der Navi gab – nach Maßgabe des Routenplaners des Landesschachverbands – das falsche Altenheim (!) als Spielort bekannt. Nur per Zufall erkannte Ralf Möller den Segeberger Spieler Manfred Haß auf der Straße und so konnten wir zum Teil rechtzeitig zum Spiellokal finden. Unsere beiden Spieler Manfred H. und Enrique  R.H. irrten derweil zu Fuß weiter in die falsche Richtung, bis eine ältere Dame den Lotsendienst übernahm und beide mit fast 40 Minuten Verspätung ankamen. Die Segeberger hatten freundlicherweise eine halbe Stunde gewartet. Irgendwie trotzdem blöd, wenn man in Panik, kampflos zu verlieren und nichts dafür zu können, völlig abgehetzt ans Brett kommt. Noch unschöner, dass dafür dann keiner verantwortlich ist … – Für Manfred Homuth war das ein Konzentrationskiller.

Im Spielsaal im richtigen Altenheim fing plötzlich eine Pflegekraft an, am PC zu arbeiten und hörbar zu tippen, zwei Meter vom gegen die Niederlage strampelnden Dustin Möller entfernt. Auch dass der Segeberger Mannschaftsführer nach vier Stunden im Spielsaal am Tablet Partien analysierte, war störend. Aber was soll´s, wir haben gewonnen.

Eine schöne Sache war es am Ende, mit allen acht Männern zusammenzusitzen und auf den Sieg anzustoßen. Das hebt die mannschaftliche Geschlossenheit und kann gern ein Ritual werden.  

 
Niedernhausen, ja, wo liegt denn das ?

– Ein Bericht von Edmund Lomer –

In diesem Ort, besser „Nest“, sollte in der Zeit vom 13.08. bis zum 21.08.2016

die 28. Deutsche Senioren-Einzelmeisterschaft 2016

ausgetragen werden.

Trotz guter Erdkundekenntnisse aus meiner schon etwas länger zurückliegenden Schulzeit hatte ich von dieser Region weder gehört, noch diese gar bereist. Das Internet zeigte mir eine bescheidene kleine Ortschaft in der Nähe von Frankfurt/Main.

Hennig Geibel, mein lieber Schachfreund aus Bargteheide, bewog mich mit herzlichen Worten zur Teilnahme mit der Aussicht auf einige schöne Ausflüge durch den Taunus und nach Wiesbaden, seiner Heimat in jungen Jahren. Also nahm ich die Herausforderung an und es kam noch etwas schlimmer, als gedacht. Turnierort war das Ramada-Hotel, einsam gelegen mitten in der „Pampa“, gut 30 Minuten vom Ort entfernt. Wem kein Auto zur Verfügung stand und schlecht zu Fuß war (was nicht gerade selten in unserer Altersklasse ist), war praktisch kaserniert. Immerhin war das Frühstück ordentlich und auch die Turnierverhältnisse tadellos, so dass optimale Spielbedingungen gewährleistet waren.

Kommen wir nun kurz zum Turnierverlauf in der Gruppe A. In der Rangliste der 133 Teilnehmer erwartete ich in der 1. Runde einen schwächeren Gegners, da ich es gewohnt war, der ersten Hälfte zugeteilt zu werden. Groß war daher meine Überraschung, als Spitzenreiter der zweiten Hälfte mit der Setznummer 67 gegen FM Hans-Werner Ackermann aus Dortmund, die Nummer 1 der Rangliste und hohen Favoriten auf den Turniersieg anzutreten, zudem mit Weiß, wo doch meine Vorliebe für Schwarz allgemein bekannt ist. Es dauerte immerhin bis zum 28. Zug, bis die Partie nach einer eher kleinen Ungenauigkeit kippte. Spieler dieser Stärke nutzen das gnadenlos aus und nach 35 Zügen gab ich nicht zu früh auf.

Nach zwei Remispartien gegen schwächere Gegner in den Runden 2 und 3 (es hätte getrost mehr herauskommen können!) brachte mir die 4. Runde endlich den ersten Gewinn gegen Walter Gerhards aus Ratingen, natürlich mit Schwarz. Mein zweiter Gewinn in der nächsten Runde gegen den stärker eingestuften Dieter Hottes aus Stuttgart erweckte die ersten euphorischen Gefühle in mir. Mit zwei hart erkämpften, zum Teil sogar erspielten Remis gegen deutlich höher eingestufte Gegner hatte ich nach 7 Runden immerhin 4 Punkte, schnupperte damit nicht gerade an der Spitze, war aber mit meiner Plazierung zufrieden.

Die vorletzte Runde bescherte mir mit Ulrich Waagener/Remscheid meinen zweitstärksten Gegner des Turniers, der geduldig auf einen Fehler meinerseits wartete – und nicht vergebens. Meine zweite Niederlage blieb unvermeidlich. So war ich in der Schlussrunde stark motiviert, durch einen abschließenden Gewinn wenigstens die 50%-Marke zu überschreiten. Es gelang! Mit Weiß (!) ließ ich meinem Gegner Johann Schwertel/Koblenz wenig Chancen und gelangte mit 5 Punkten (3g/4r/2v) auf Platz 48, immerhin eine Verbesserung gegenüber dem Startplatz um 19 Plätze. Verdienter Lohn war auch meine DWZ-Verbesserung um 20 Punkte auf 1896. Es hätten aus optischen Gründen gerne 4 Punkte mehr sein dürfen für das nächste Tausend.

Gewinner des Turniers wurde etwas überraschend IM Boris Khanukov aus Wuppertal durch einen Schlussrundensieg gegen Ackermann mit 7½ Punkten vor FM Clemens Werner/Karlsruhe sowie FM Horst Degenhart/Lorsch (beide 7 Punkte).

Aus Schleswig-Holstein dabei waren auch FM Boris Grunzmann/Lübeck (Rang 11, 6 Punkte), IM Sergej Salov/Lübeck (Rang 13, 6 P.), Joachim Neumann/Neumünster (Rang 35, 5½ P.), Helmut Kracht/Kaltenkirchen (Rang 79, 4 P.), Manfred Zimmermann/Kiel, Hardy Wenske/Kiel, Joachim Thielemann/Eutin und Dietlind Meinke/Leck.

Und hier finden Sie alles Weitere über diese Veranstaltung.

Die Saison hat begonnen!

Am 05.09.2016 war es soweit: die Schachsaison 2016/2017 begann bei uns mit der ersten Runde unserer Pokal- meisterschaft. Für diese 1. Runde waren acht Paarungen ausgelost, von denen an diesem 05.09. sechs Paare bereit und in der Lage waren, ihre Partie zu spielen. Die Zufälle der Auslosung brachten es mit sich, dass einige Anwärter auf den Pokalsieg gegeneinander antreten mussten und ihnen auf diese Weise im Falle eines Verlustes schon in der 1. Runde das Ausscheiden drohte.

Die Partien verliefen spannungsreich, abwechselnd und nicht immer den Gesetzen der schachlichen Logik folgend. Nach etwa vier Stunden konnte das Fazit gezogen werden: Es gab vier glückliche Gewinner. In zwei Partien einigten sich die Spieler auf remis, so dass die Entscheidung zunächst in zwei Schnellpartien gesucht werden musste.  Aber nur eines der beiden Pärchen hatte die Kraft und den Mut, sich noch am selben Abend darauf einzulassen. Und diese Partie wurde entschieden, ohne dass die beiden Kontrahenten sich noch in zwei Blitzpartie hätten messen müssen.

Die Einzelergebnisse dieser ersten Runde – soweit sie bisher gespielt worden sind – finden Sie auf der Seite der Vereins- meisterschaft.

Auf DWZ-Aufholjagd in Berlin

– Ein Bericht von Dustin Möller –

Mit seinen vielfältigen Angeboten an Schach-Open ist der August immer ein besonders aufregender Monat. Wie es mittlerweile nahezu Tradition ist, hieß das für Christopher Deutschbein – unser neues Mitglied – und mich die Teilnahme am Kieler Open und an dem in Berlin ausgetragenen Lichtenberger Sommer.

Der Ein oder Andere mag sich über das Fehlen eines Berichtes über das zu Beginn des Monats stattgefundenen Kieler Heimspiels gewundert haben. Die Erklärung dafür ist so einfach wie auch traurig. Auf schmerzvolle Weise habe ich feststellen müssen, dass das Verfassen eines Berichtes mit über 2000 Wörtern hin und wieder eine Sicherheitskopie erfordert, für den Fall eines Programmabsturzes. Eben dieser radierte den fast fertig geschriebenen Bericht bis auf das letzte Wort aus. Die Lust, alles nochmal zu verfassen war gering, daher wird es hierzu auch keinen ausführlichen Bericht geben. Doch so viel sei gesagt: Sowohl Christopher als auch ich, die wir im A-Open antraten, waren sehr zufrieden mit unseren Leistungen und durften uns über ordentliche DWZ-Gewinne freuen.

Anmerkung des Webmasters: nach 9 Runden gab es im A-Open bei 84 Teilnehmern folgende Ergebnisse unserer Spieler: Dustin Möller Platz 20 mit 5½ Punkten; Christopher Deutschbein Pl. 50; 4 P.; im B-OPen bei 47 Teilnehmern: Ralf Koch Pl. 7; 6 P. – Holger Hogreve Pl. 20; 5 P. – Mirko Beyer Pl. 23; 4½ P. und Maik Madelmayer Pl. 42; 2 P.

Nun aber zum eigentlichen Thema dieses Berichtes, dem Lichtenberger Sommer. Dieser war abermals sehr gut besucht. 208 Schachfreunde fanden ihren Weg in die Hauptstadt, darunter auch viele bekannte Gesichter aus dem Norden: Alexander Pluska (Doppelbauer Kiel) trafen wir bereits auf der Hinfahrt, auf der bereits gut gescherzt und taktiert wurde. Ferner nahmen drei Lübecker Schachfreunde, unter anderem der mehrmalige Landesmeister Marco Frohberg, der Vorsitzende Thilo Koop und Jens-Tarek Eisheh sowie Joachim Kornrumpf (Preetz) und Arne Bahr (Turm Kiel) den Kampf an den Brettern an. Während des gesamten Turniers war diese lokale Verbundenheit permanent unterschwellig zu spüren, da fleißig beim Rest gekiebitzt wurde.

Der Turnierbeginn verlief, wie er zu erwarten war. Da Christopher und ich in der oberen Hälfte gesetzt waren, bedeutete dies, dass wir recht dankbare Gegner für den ersten Tag zugelost bekamen. Ein Umstand, um den wir nicht traurig waren, der Rotweinvorrat im Hause Deutschbein hatte am Vorabend doch beträchtlich Federn gelassen. Nachdem auf der Hinfahrt noch reichlich über einen Sieg Christophers über Alexander Pluska zwei Jahre zuvor gescherzt wurde, kam es am Folgetag wie es kommen musste, dem Rückspiel der Beiden. Abermals konnte Christopher das Spiel für sich entscheiden, nachdem Alexander sich in schlechterer Stellung nicht nur ein, sondern gleich zwei Dauerschachs ertrickst hatte. Wie sich herausstellte, sollte nur eines davon wirklich durchschlagen.

Meine Partie hatte ein ähnliches Ende, leider zu meinen Ungunsten. Nachdem ich erneut einen deutlich schwächeren Gegner (1850) gepaart bekam, überzog ich eine wohl nur leicht angenehmere Stellung in den forcierten Verlust.

Der dritte Turniertag war weniger spektakulär. Chris remisierte recht früh in der Partie und ich gewann.

Darauf folgend erlitt ich die zweite Niederlage, diesmal allerdings völlig verdient. Obwohl mein Gegner auf dem Papier deutlich unterlegen einzuschätzen war, schlug er mich auf positionelle Weise sehr überzeugend.

Die kurze Rochade für unser Duo machte Chris gegen Marco Frohberg komplett. Nachdem Marco bereits nach 7 Zügen positionell klar besser stand und Bauer + Stellung mehr hatte, ließ er das Spiel immer mehr in taktische Gefilde lenken und schuf sich selbst eklatante Felderschwächen. Trotz der zwischenzeitlichen Unsicherheiten konnte sich der Lübecker Schachfreund gegen unseren Neuzugang durchsetzen. An dieser Stelle möchte ich auf die Website von Marco Frohberg hinweisen (http://www.marcofrohberg.de), auf der er täglich vom Turnier berichtet hat. Darüber hinaus ist seine Seite für jeden zu empfehlen, der seinen schachlichen Horizont mithilfe eines Trainers erweitern möchte.

Nachdem ich meine Partie erfolgreich in den Sand gesetzt hatte und den Analyseraum betrat, sah ich etwas, das man so im Schach selten sieht: einen glücklichen Sieger und einen fröhlichen Verlierer. Während Marco deutlich erleichtert war, dem im Diagramm gerade aufkeimenden Mattangriff davon gekommen zu sein, war Christopher lediglich froh darüber, nach einem so frühen Bauernverlust die Partie noch interessant gestaltet zu haben. (s. Diagramm links nach 22 … Lb8). Die gemeinsame Analyse mit den Lübeckern war wohl mein persönliches Highlight des gesamten Turnieres.

Da ich derweil mit 2/4 gegen einen Gegnerschnitt von 1760 auf einem zwischenzeitlichen DWZ-Minus von 34 stand und damit meine Hoffnungen auf den Erwerb des Brett 1 für die kommenden Saison in weite Ferne gerückt schien, hieß es für mich von nun an, mit vollem Rohr auf Sieg zu spielen, um irgendwie die verlorenen Punkte wieder reinzuholen. Dies gestaltet sich in Berlin jedoch extra schwer, da bekanntlich bei der Paarung immer alle Punktgleichen nach ihrem Rang in der Startrangliste geordnet werden. Da das Feld in Berlin allerdings so breit ist, hieß dies für mich immer einen Platz im oberen Feld und damit schwächere Gegner, welche selbstverständlich weniger Punkte einbringen würden. So war ich mir im Klaren darüber, dass mindestens 6/9 nötig sein würden, um Brett 1 zu behalten.

Nach seiner vorangegangenen Niederlage kam Chris mit einem soliden Remis wieder zurück auf die Erfolgsspur, ich gewann gegen einen mit 400 Punkten geringer gewerteten Gegner (Zwischenstand -30).

Am Folgetag entschied ich mich, mit den weißen Steinen meine neue Liebe (?) auszupacken, das Colle-System. Nach anfänglichen Schwierigkeiten gewann ich die Partie und hatte nun nur noch -24 aufzuholen. Chris gab seine Stellung in besserer Stellung remis. Er übersah das entscheidende vorteilbringende Motiv in der Stellung. Dazu war sein Gegenüber mit einem FM-Titel bestückt, da kann man auch mal ein Respektsremis abgeben! Seine Remisserie hätte Chris auch in Runde 7 beibehalten können, doch ließ ihn eine erneute Fehleinschätzung der Stellung eine Zugwiederholung ausschlagen und die Partie damit, ähnlich wie bei mir in Runde 2, überziehen. Kein guter Tag im Leben eines Kugelschreibers.

Meine Serie hielt jedoch an. Nachdem ich mit Schwarz endlich den ersten ebenbürtigen Gegner (1958) erhielt und überzeugend gewinnen konnte, war das rettende Ufer so langsam in Sicht (nur noch -17!).

In Runde 8 hieß es dann: alles oder nichts. Der erst 19-jährige russische FM Rudakov sollte determinieren, wohin der Weg gehen soll in der kommenden Saison. Da wir am Vorabend erst um 23:30 daheim waren und die 8. Runde am folgenden Morgen um 10 Uhr begann, bedeutete das wenig Zeit für Vorbereitung … denkste! Nachdem ich ein deutliches Manko im Eröffungsrepertoir meines Gegners gefunden hatte, saß ich bis um 01:00 Uhr am Laptop, voll motiviert, den vollen Punkt zu machen.

Am nächsten Morgen hieß es dann, am Brett die Lehren aus zwei Jahren Theaterunterricht in der Oberstufe anzuwenden, damit mein Kontrahent den Braten auch ja nicht riechen würde und womöglich von seiner favorisierten Ben-Oni Verteidigung abweicht. Die Falle schnappte zu! (s. Diagramm links). An dieser Stelle hatte ich sämtliche Verteidigungen von Schwarz vorbereitet: Sc6, Db4, h6 und Ld8. Letztere wandte mein Gegenüber an, griff in der Folge nach Lb2 jedoch fehl. Statt die Dame nach a5 zu ziehen, erlaubte er mir das Tempo a3 nach seinem Db4. Dies mag unscheinbar aussehen, bedeutet aber langfristige Passivität der Dame und damit ungehemmte Initiative am Königsflügel für mich. (s. mittleres Diagramm nach 21.Tc4). Der Turm schwenkt zum Königsflügel und beschützt gleichzeitig den a3 Bauern taktisch (Dxa3 wird mit Ta2 beantwortet). An dieser Stelle war ich mir des Sieges schon recht sicher, da die schwarze Stellung einfach zu unterentwickelt ist. In der Folge gewann ich eine Qualität und behielt, wenn auch nicht in souveränster Weise, die Initiative. Nach beidseitiger Zeitnot erreichten wir die zum Matt führende Endstellung (s. Diagramm rechts nach 37. Dg7+). Die Freude meinerseits war immens. Nicht nur war es eine tolle Sache, einen derartig starken Spieler zu schlagen, sondern ich egalisierte jeden DWZ-Verlust auf einen Schlag.

Chris bekam es ausnahmsweise mit einem schwächeren Gegner zutun und gewann ein sehr interessantes und lehrreiches Springerendspiel, das definitiv im Verein vorgetragen werden muss!

Am Abschlusstag stand die Welt dann plötzlich Kopf: Ich spielte an Brett 4 gegen einen IM um Preisgeld, im Schweizer Gambit macht mir keiner etwas vor! So schön die Aussichten, so ernüchternd die Realität: Nach 26 Zügen war Schicht im Schacht. Das war eine Liga zu hoch für mich. Chris hatte ein vergleichbar ernüchterndes Erlebnis: sein Berliner(!) Gegner entschied sich, das Turnier vorzeitig zu beenden und erschien nicht.

Überzeugend gewinnen konnte GM Vladimir Dobrov das Turnier mit 8/9.

Rückblickend ein erfolgreiches Turnier für Chris, der nach 2 Jahren schachlicher Abstinenz nun in zwei Turnieren in Folge eine konstant gute Leistung um die 2030 erbringen konnte und keinerlei Mühe hatte, mit Gegnern bis 2200 mitzuhalten. Für mich war insbesondere dieses Turnier eine Achterbahn der Gefühle. Dennoch bin ich sehr stolz, nach zwei derartigen Nackenschlägen wieder aufgestanden zu sein und mich gefangen zu haben. Ansonsten lässt sich wenig aus einem Turnier ziehen, in dem mir kein Gegner zwischen 1950 und 2240 gegenüber saß.

Einen Ehrenplatz am Ende dieses Berichts möchten wir unserem Mentaltrainer Torsten Bahr beimessen, der uns unter der Woche immer wieder aufmunternde, motivierende und anstachelnde Worte hat zukommen lassen!

Nun ist der „Schachsommer“ erst mal vorüber, die Konzentration gilt von nun an der Landesliga!

Weltmeisterschaft in Radebeul!

– Ein Bericht von Edmund Lomer –

Weltmeisterschaft – ein klangvolles Wort! Erst ein einziges Mal habe ich bei einer WM mitgespielt (Senioren-WM Bad Zwischenahn 2008). Nun bekam ich kürzlich einen Anruf von meinem lieben Schachfreund Henning Geibel aus Bargteheide. Er fragte mich, ob ich bereit sei, in seinem Team „Randbauern“ bei der Seniorenweltmeisterschaft 50+ sowie 65+ (Vierermannschaften) in Radebeul mitzuspielen. Laut FIDE-Sprachregelung wurde der Begriff „Senioren“ durch 50+ und 65+ ersetzt, d.h., der nach Ansicht der FIDE potentiell diskriminierende Begriff „Senior“ ist aus der Ausschreibung und auch aus den zu vergebenden Titeln verschwunden.

Im Vorjahr war Hennig Geibel mit seinem Team schon bei diesem Turnier dabei, belegte aber leider nur den letzten Platz. Daher hatte er die geniale Idee, diesmal auf dem „Spielermarkt“ groß einzukaufen, um die Randbauern wirksam zu verstärken. Schnell waren wir uns einig (ohne 6-stellige Gage!) und so hatte ich nach langer Zeit die Gelegenheit, wieder bei einer WM teilzunehmen. Wir waren zu Fünft, so dass jeder seine Pause hatte, um das Karl-May-Museum in der Villa Shatterhand zu besichtigen oder auch für einen Ausflug in das nahe gelegene Dresden oder Meissen zu nutzen.

Mir wurde vom Teamcaptain Brett 1 zugeteilt, ferner spielten Herbert Schnaitmann, wohnhaft in Franken, Hardy Wenske (Kiel), Klaus Briesemeister (Lingen) und Henning als Geheimwaffe mit.

In der 1. Runde hatten wir den erwartet starken Gegner: Norwegen 1 gewann klar, mein Gegner, FM Thor Geir Harestad, setzte sich im Endspiel durch. Auch das Team „Surprise“ erwies sich als zu stark für uns, immerhin gelang mir gegen Kurt Rychlik ein Remis. Endlich gab es auch Erfolgserlebnisse: 2:2 gegen Chemie Radebeul, und nach einer knappen Niederlage gegen Saxone den laut umjubelten ersten Mannschaftssieg gegen den Dresdner Seniorenklub. Es folgten noch zwei Remis, ein Verlust und sogar ein zweiter Team-Sieg, so dass wir mit 15½ Brettpunkten und 7:11 Mannschaftszählern sehr zufrieden auf dem 42 Platz bei 50 Mannschaften landeten!

Henning war mit meinem Anteil (4 Gewinne, 2 Remis, 2 Verluste) hochzufrieden und ich war froh, dass der „Einkauf“ etwas zum Gelingen beitragen konnte.

Die Turnieratmosphäre war großartig, dem Ereignis würdig und angemessen. Flaggen aller teilnehmenden Nationen schmückten den Saal und bei der Siegesfeier wurden die Nationalhymnen der Sieger gespielt. Dabei hörte ich die Russische Hymne sehr gern, ein tolles Musikstück.

In der Sektion 50+ gewann Germany 1 vor Armenia und England 1 mit meinem alten Bekannten GM John Nunn. Er konnte sich nach einem Blick auf mein Namensschild, sofort an unser Bishop-Ending vor einigen Jahren erinnern. Seinerzeit trat Eckernförde im Landespokal gegen die Mannschaft des Lübecker SV an, die John einige Jahre verstärkt hat.

Die Sektion 65+ entschied Russia vor St. Petersburg und Belgien 1.

Eckernförde in Lüneburg

– Ein Bericht von Claus Langmann –

Im Mai hatte ich mich entschlossen, in diesem Jahr wieder am VCMG-Festival in Lüneburg teilzunehmen. Vor zwei Jahren war ich schon einmal dabei und hatte nur beste Erinnerungen an die Spielatmosphäre, an die Ausrichtung, an die Spieler und besonders auch an das Städtchen Lüneburg.

Das 9-rundige Turnier, für das ich mich gemeldet hatte – das sogenannte A-Open – begann am 1.7. mit 112 Teilnehmern. Trotz Schwierigkeiten bei der Bundesbahn traf ich rechtzeitig in Lüneburg im Hotel Seminaris – dem Spielort – ein und wen treffe ich als ersten: unseren Ralf Koch, der sich auch für dieses Turnier angemeldet hatte. Und nicht nur das: Die zeitliche Einteilung verschiedener Turniere machte es ihm möglich, auch am 7-rundigen B-Open für Spieler bis DWZ 1800 teilzunehmen. Das bedeutete für Ralf natürlich fast tägliche Doppelrunden; aber wer das Schach liebt, dem bedeutet das keine Belastung, sondern die reine Freude, jedenfalls, wenn man gewinnt.

Ich begnügte mich mit einer Partie pro Tag und wollte den Rest des Tages dem schönen Lüneburg widmen. Dieser Vorstellung wurden allerdings Grenzen aufgezeigt, weil ich mich nicht mehr als so gehfähig erwies wie in früheren Jahren.

Also zum schachlichen Teil. Im Schweizer System haben schwächere Spieler in der ersten Runde immer schweres Brot zu kauen und kaum eine Chance gegen ihre jeweiligen Gegener. Auch mir erging es so: ich hatte mit FIDE-Meister Tobias Vöge einen Gegner, gegen den ich nicht bestehen konnte. In den folgenden Runden wurde es etwas besser. Nach vier Runden hatte ich 2½ Punkte, allerdings mit einem Dusel, der einen nicht so recht glücklich macht. In der nebenstehenden Stellung konzentrierte sich mein sehbehinderter Gegner auf die Geschehnisse rund um das Zentrum und verlor dabei meine am Rand auf a2 stehende Dame völlig aus den Augen. Erst als er seinen Zug De3-e2 ausgeführt und beim Heben des Kopfes meiner Dame gewahr wurde, schreckte er auf und gab auf, bevor ich überhaupt bemerkt hatte, dass er gezogen hatte.

Schön war, dass ich in einigen Partien gegen sehr junge Spieler antreten konnte. Es begann schon in der 2. Runde gegen eine 14-jährige Schülerin aus Erfurt (remis), später gegen einen 17-jährigen aus Uelzen (verloren) und der Höhepunkt war in der letzten Runde die Auslosung gegen einen sehr sympathischen 8-jährigen Jungen aus München (gewonnen). Gegen diese jungen Leute hatte ich mir eine eigene Taktik zurecht gelegt: Da diese Spieler von ihren Trainern in aller Regel theoretisch gut vorbereitet werden, habe ich ihnen als Weißer das relativ unbekannte Mittelgambit vorgesetzt und war dadurch mit Erfolg keinen Buchvarianten oder –überraschungen ausgesetzt. Mit 4 aus 9 beendete ich das Turnier auf Platz 76. Ich hatte damit einen halben Punkt mehr als vor zwei Jahren – bin also zufrieden.

Und was machte unser Ralf? Im B-Turnier – beginnend täglich um 10 Uhr – war ich meist zu müde, um ihn zu beobachten. Aber im A-Turnier nahm ich mir schon dann und wann mal eine kleine Pause, um mir seine Partie anzusehen. Dabei sind diese Fotos entstanden, die auch meinen Schachfreund Werner Schirmer vom HSK beim Kiebitzen zeigen, er saß direkt neben der Partie von Ralf. Schirmers sorgenvoller Blick war ein Blick in die Zukunft: Ralf hat diese „gewonnene“ Partie noch in den Sand gesetzt. Ralf hat natürlich dennoch seine Punkte gemacht: Im A-Open 4 Punkte (Platz 79) und im B-Open nach 7 Runden 3½ Punkte und Platz  14 (von 34).

Es gab einen weiteren Grund für meine Teilnahme an diesem Turnier: Das Treffen mit vielen Bekannten aus dem Hamburger Schachleben bis hin zum Veranstaltungsleiter „Jonny“ Carlstedt – ich habe mich gefreut, sie alle wiederzusehen.