Edmund Lomer – unser Ehrenvorsitzender – spielt erneut vom 01.07. bis zum 09.07.11 in Freudenstadt die Offene Württembergische Seniorenmeisterschaft mit. Ein etabliertes Turnier, zu dem sich 92 Spieler angemeldet haben. Edmund ist an Platz 11 gesetzt und hat den Ehrgeiz, am Ende einen einstelligen Platz zu belegen. Drücken wir ihm die Daumen – nachhaltiger als bei Kai! – In der 1. Runde spielte er mit Weiß und erzielte ein Remis. Die Ergebnisse der weiteren Runden finden Sie in der folgenden Tabelle.

Rd. 1

Rd. 2

Rd. 3

Rd. 4

Rd. 5

Rd. 6

Rd. 7

Rd. 8

Rd. 9

Punkte

Platz

½

1

 0

 1

1

 1

 1

1

½ 

7

3 (!)

Und hier ist nun sein persönlicher Bericht:

“Kürzlich lockte es mich aus schachlicher Motivation, wieder auf Reisen zu gehen. Damit es sich auch lohnt, sollte es recht weit und in eine reizvolle Landschaft gehen. So entschied ich mich, erneut nach Freudenstadt zu reisen, um an der 23. Offenen Württembergischen Seniorenmeisterschaft teilzunehmen. Das Städtchen ist wunderschön im Schwarzwald gelegen und von dort sind lohnende Ausflüge möglich. Auch Fahrten nach Freiburg und Straßburg habe ich unternommen, da die Nachmittage frei sind und durch rasche Gewinne (oder Verluste) noch verlängert werden können.

Bereits vor zwei Jahren hatte ich bei diesem Turnier mit mäßigem Erfolg teilgenommen: 5½ Punkte aus 9 Partien bedeuteten damals lediglich Platz 21. Diesmal hatte ich mir nicht nur ein besseres Schachspiel vorgenommen, sondern auch einen einstelligen Tabellenplatz. Gemäß Setzliste auf Rang 11 eingestuft, sollte mir doch – so hoffte ich – diese Verbesserung möglich sein.

Leider hatte ich aber – wie bei vielen Turnieren – einen eher verhaltenen Start. Zunächst vertändelte ich in Runde 1 mit den weißen Steinen eine gute Stellung gegen Joachim Claus/Witten zum Remis. Aber es sollte noch schlimmer kommen: Nach einem Pflichtsieg in Runde 2 mit Schwarz gegen Wolfgang Betzen/Wangen übersah ich in Runde 3 mit Weiß in aussichtsreicher Position eine geistreiche Riposte meines Gegners Ekkehard Hinz/Hirschberg, die den sofortigen Verlust bedeutete. Die 4. Runde brachte mir mit Schwarz gegen Josef Wölbl/Rottweil mittels einer Springergabel den zweiten Sieg und nun sollte endlich der Marsch nach vorne beginnen. In Runde 5 gelang mir doch tatsächlich mit nunmehr besserem Spiel ein Gewinn mit Weiß gegen Adolf Woisetschläger/Zell, während in der 6. Runde der mit Schwarz fast schon gewohnte Erfolg gegen Dieter Jauch/Bietingheim die Aufholjagd fortsetzte. So bekam ich in den letzten drei Runden weitaus stärkere Gegner als bislang gewohnt und die daraus resultierenden 2½ Zähler sorgten für ein recht gutes Turnierergebnis.

In Runde 7 war ich mit Weiß (es geht also doch!) erfolgreich gegen Hans-Ulrich Höschele/Stuttgart (Setzliste Nr. 3), während die 8. Runde mir meinen 4. Gewinn mit Schwarz (das bedeutete 100 % mit dieser Farbe!) in einer äußerst spannenden Kampfpartie gegen Horst Weisenburger/Böblingen (Setzliste Nr. 2) im wahrsten Sinne des Wortes bescherte. Hier war während der Spielphasen jedes Ergebnis im Bereich des Möglichen! Nun stand ich plötzlich mit 6½ Punkten auf Rang 2 weit vorne und hatte in der Schlussrunde mit Weiß (leider!) gegen den einen halben Punkt vor mir liegenden Spitzenreiter Dieter Hottes/Stuttgart (Setzliste Nr. 4) anzutreten. Ein Gewinn würde mir den Turniersieg sichern, ein Verlust mich weit nach hinten werfen. Was also tun? Sein frühzeitiges Remisangebot hatte ich zunächst abgelehnt. Im Partieverlauf bemerkte ich jedoch die aufkommende Gefahr, das Spiel allmählich zu überziehen. Aus früheren Schäden etwas klüger geworden, bot ich gerade noch rechtzeitig remis an, das mein Gegner annahm, da er im Hinblick auf seinen damit gesicherten Turniersieg nicht allzu viel riskieren wollte.

1. Fazit: Rang 3 kann durchaus als gutes Ergebnis angesehen werden. Vielleicht sollte ich für künftige Turniere beantragen, alle Partien mit Schwarz spielen zu dürfen: Black is beautiful! Na, ja, etwas Spaß – mit erstem Hintergrund – muss sein! – 2. Fazit: Es ist wunderschön im Foresta Nera – nicht nur des Schachspiels wegen!”